Neben einer Beeinträchtigung der Herz- und Nierenfunktion und der kognitiven Leistungsfähigkeit kann ein unzureichend eingestellter Blutdruck auch zu Herzinfarkten und Schlafanfällen führen. Um diesen Betroffenen künftig besser helfen zu können, erweitert die Klinik für Kardiologie und Rhythmologie am Malteser Waldkrankenhaus Erlangen ihr Behandlungsangebot um ein modernes Verfahren: die sogenannte Renale Denervation (RDN).
Was ist die Renale Denervation?
Gerade bei einem schwer einstellbaren Bluthochdruck spielt eine Überaktivität vegetativer Nervenzellen, die in der Wand der Nierenarterien verlaufen, eine zentrale Rolle. Bei der Renalen Denervation handelt es sich um einen schonenden, minimalinvasiven Eingriff, bei dem genau diese Nervenbahnen gezielt beruhigt werden:
Wie läuft der Eingriff ab? Über einen Zugang in der Leistenarterie schiebt der Arzt einen dünnen Schlauch (Katheter) bis in die Nierenarterien vor.
Was passiert vor Ort? Mithilfe von Radiowellen oder Ultraschall werden die überaktiven Nervenfasern direkt in der Gefäßwand punktgenau verödet. Durch die Ausschaltung der überaktivierten Nerven wird der Blutdruck anhaltend und dauerhaft gesenkt.
Wie lange dauert es? Der Eingriff findet im Herzkatheterlabor statt und dauert in der Regel weniger als eine Stunde.
Wichtig zu wissen: Die Methode ist kein Ersatz für gesunde Lebensgewohnheiten oder wichtige Medikamente, sondern eine wirksame Unterstützung, wenn eine medikamentöse Bluthochdruck-Therapie nicht ausreicht.
Neu: Eigene Spezialsprechstunde für Betroffene
Um den Zugang zu dieser neuen Behandlung so einfach und unkompliziert wie möglich zu machen, bietet das Waldkrankenhaus eine spezielle Hypertonie-Sprechstunde an. Dort wird genau geprüft, ob das Verfahren für den jeweiligen Patienten infrage kommt.
Zum Ablauf in der Spezialsprechstunde gehören:
Eine Überprüfung der aktuellen Blutdruckwerte und Medikamente.
Untersuchungen, um andere Ursachen für den Bluthochdruck auszuschließen.
Ein ausführliches Gespräch, in dem alle Fragen geklärt werden.
Nach diesen Voruntersuchungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten, ob der Eingriff sinnvoll ist und geplant werden kann.
Hand in Hand mit den Hausärzten
Das Waldkrankenhaus legt großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Hausärztinnen und Hausärzten. Auch nach einem eventuellen Eingriff findet die weitere Betreuung Hand in Hand mit der jeweiligen Praxis statt.
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