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Medizinische Klinik II
Schwerpunkt Gastroenterologie, Hämato-Onkologie, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen

Diabetes und Stoffwechsel

Interessantes zum Thema Diabetes

Der Diabetes mellitus ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen, die Folge sind Herzinfarkt, diabetische Gangrän oder Schlaganfall. Die zunehmende Anzahl der diabetischen Folgeerkrankungen in der Bevölkerung führte 1989 zur Deklaration von St.-Vincent, wo im Rahmen einer internationalen Konferenz Maßnahmen zur Reduzierung von diabetischen Folgekrankheiten gefordert und geplant wurden. Leider konnte dieses Ziel bis heute nicht erreicht werden. Die hohen Kosten durch Folgekrankheiten des Diabetes - ca. 30 Milliarden EUR pro Jahr (Diabetes Journal 7/97) - belegen die schlechte und unzureichende Betreuung der Diabetiker auch in Deutschland.

Zur Verbesserung dieser Situation hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft Richtlinien verfasst, die eine hohe Qualität der Behandlung und der Schulung von Diabetespatienten sicherstellen sollen. Diese Richtlinien umfassen räumliche und personelle Voraussetzungen (eigener Schulungsraum, speziell geschulte Ärzte, Diabetes- und Ernährungsberater).

Die Notwendigkeit, Diabetiker über die Probleme ihrer Erkrankung und den Umgang mit ihr zu schulen, ist seit der Einführung des Insulins 1922 in die Diabetestherapie bekannt. Studien belegen, dass durch gezielte Diabetikerschulungen eine Verbesserung bzw. Normalisierung der Blutzuckerwerte und somit auch der diabetischen Akut- und Folgeerkrankungen zu erreichen ist. Dazu kommt auch hier der Kostenaspekt: Ein intensiv geschulter Diabetiker mit guter Stoffwechseleinstellung verursacht jährlich 1.200 bis 2.000 EUR an Behandlungskosten, bei einem ungeschulten und schlecht eingestellten Diabetiker steigen die Kosten aufgrund der entstehenden Folgeerkrankungen um das 8-10fache an.

Seit 1998 werden am Waldkrankenhaus St. Marien Diabetikerschulungen für Typ 2-Diabetiker mit und ohne Insulinbehandlung durchgeführt, dabei werden insbesondere Einzelberatungen für Problempatienten angeboten.

Ziele der Schulung

Gedacht ist die Schulung in erster Linie für Patienten, die - oft bereits wegen Komplikationen ihrer Erkrankung - einer stationären Behandlung bedürfen. Zur Verbesserung der Patientenbetreuung und begleitend zur stationären Therapie wollen wir es durch die Therapie begleitende Schulung den Patienten ermöglichen, mit ihrer Erkrankung nach der Entlassung im Alltag besser klarzukommen.

Durch eine strukturierte und systematisierte Diabetikerschulung kann dem Patienten mehr Selbstverantwortung übertragen werden. Die Diabetikerschulung ist insofern ein fester Bestandteil der Therapie. Es gibt kaum eine andere Krankheit, die durch die Mitarbeit des Patienten mehr beeinflusst werden kann als der Diabetes mellitus.

Schulungsinhalte sind die Wirkung von Insulin auf den Kohlenhydratstoffwechsel und die Pathophysiologie des Diabetes mellitus, die Ursachen und die Entstehung der Hyperglykämie (hohe Blutzuckerwerte) und die dadurch bedingten Symptome. Die Folgeerkrankungen und die Möglichkeiten der Vorbeugung durch Stoffwechseloptimierung und Behandlung werden vermittelt, insbesondere erlernen die Patienten auch die ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen, um die Gefahr eines diabetischen Fußes zu minimieren.

In der Ernährungsberatung werden den Patienten die Grundlagen einer gesunden Ernährung vermittelt. Sie erfahren, dass die Diabetikerkost eine bedarfsgerechte und gesunde Mischkost ist, wie sie auch für den Nicht-Diabetiker von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird. Der Zusammenhang zwischen Adipositas und Insulinresistenz bei Übergewicht wird erklärt, um adipöse Patienten zur Gewichtsabnahme zu motivieren. Die Teilnehmer erlernen die richtige Auswahl unter der Vielfalt der "diätetischen" Nahrungsmittel und Getränke.

Bei vielen Diabetikern löst die Unterzuckerungsgefahr (Hypoglykämie) Ängste aus. In der Unterrichtseinheit zur Hypoglykämie werden Ursachen, Symptome und Behandlung besprochen. Die Teilnehmer lernen die für sie sinnvollen Stoffwechselkontrollen korrekt durchzuführen und zu dokumentieren, um bei Hypo- und Hyperglykämie zunächst selbst richtig reagieren zu können. Den Insulin-behandelten Patienten werden die Insulinlagerung, Injektionstechnik und die Wirkprofile ihrer Insuline erklärt. Sie lernen, ihre Insulindosis dem aktuellen Blutzucker sowie bei verstärkter Bewegung, bei flexiblen Mahlzeiten oder z. B. einer Grippe anzupassen.

Eine ambulante Schulung von Typ 2-Diabetikern wird angeboten für Mitglieder der Privatkassen. Anmeldungen bitte unter der Telefonnummer 09131/822-3948.

Arbeitsgruppe „Diabetischer Fuß“ am Waldkrankenhaus St. Marien

Eine der wesentlichen Spätkomplikationen eines unzureichend behandelten Diabetes mellitus ist der diabetische Fuß, d. h. eine Schädigung des Skelettsystems und/oder der Weichteile des Fußes mit Deformierung des Fußes und Ausbildung von Ulzerationen, der letztendlich zu einer erheblichen Einschränkung der Beweglichkeit bis hin zur Amputation führt. Ursachen sind langjährige Schädigungen der Nerven und der Blutgefäße durch überhöhte Blutzuckerwerte. Diese Patienten benötigen neben einer optimalen Blutzuckereinstellung auch eine exakte Gefäßdiagnostik und -therapie ebenso wie eine orthopädische Behandlung, um eine Amputation zu vermeiden bzw. die Beweglichkeit wiederherzustellen. Dieses Ziel ist nur durch gemeinsame Anstrengungen verschiedener Fachdisziplinen erreichbar. Aus diesem Grund hat sich die Arbeitsgruppe „Diabetischer Fuß“ am Waldkrankenhaus St. Marien zusammengefunden, bestehend aus den Abteilungen Angiologie (Medizinische Klinik I), Diabetologie (Medizinische Klinik II), Orthopädie und Chirurgie, die mit einem fachübergreifenden Konzept die Behandlung speziell dieser Patienten optimieren will.

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